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ELEND UND GNADE

Das schrille, laute, disharmonisch wirkende Blut stellt den Platz des Leidens dar. Das tiefe, innerste bedrückte Gefühl von Schmerz und Ausweglosigkeit; von Lustlosigkeit, begleitet von Suizidalgedanken; von Leere und ewiger Langsamkeit. Doch toben all diese Sinnesausdrücke oberhalb des ICHs. Es ist das formlose ICH welches den Raum und die Zeit schafft, um diese Emotionen zu erfahren. Das Gold, welches all dies mit seiner Wärme und Gediegenheit auffängt. Der Mensch braucht oftmals einen derben Schlag ins Gesicht um sich zu schütteln; das Gesicht mit kaltem Wasser zu benetzen, tief zu atmen, um sich zu orientieren, um schlussendlich wieder die Augen zu öffnen und die Situation um ihn herum wahrzunehmen. Das Leid ist eben dieser Schlag! Umso tiefer die Leidenserfahrung umso größer die Erlösung. Im Idealfall benötigt es einen Menschen der sich theoretisch diesem Ablauf bewusst ist. Der sich in das Leid stürzen kann, es zulassen kann. Dem Teufel danken und ihn lieben kann, wissend, dass all diese Abläufe auf einer Ebene existieren, die sein wahres ICH nicht berühren. Allerdings nötig für sein oberflächiges Dasein, die vorherigen Identifikationen abzuwerfen um dieses oberflächliches Ich, welches der Grund allen Leidens ist, zu durchblicken und die Identifikation dessen aufzugeben. Damit erlöst er sich von allen Leidenserscheinungen. Allen! Die Angst vor dem Tod wird genommen sein, da das wahre ICH nicht sterben kann. Allein das oberflächliche Ich welches in Raum und Zeit agiert. Wenn dem Mensch alle Angst und Sorge genommen ist, bleibt allein die Liebe über. Die unfassbare Liebe des Lebens. Die Liebe zum Atmen, zum Laufen zum Tanzen, zum Küssen, zum Essen usf.. Das ganze Leben, jeder Akt wird ein Akt der Liebe sein. - Elias Franziskus Grüner, 2021

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