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LEID DURCH FORM

Das Neugeborene, das nass den Mutterleib verlässt, blind in diese Welt gestoßen wird und nichts anderes kennt als den grenzenlosen Urzustand, erfährt allmählich die formalen Grenzen des irdischen Lebens. So spürt es die dumpfen Schläge, die die unkontrollierten Hände auf seinem Leib verursachen. So beißt es sich unabsichtlich in den Fuß und spürt Schmerz. Fängt an zu verstehen, dass es einen Körper hat, dass sein Körper Grenzen hat. Mit der Namensgebung, der Erziehung und der Konfrontation mit der Gesellschaft, entwickeln sich weitere Grenzen auf geistiger Ebene. Diese Grenzen führen zu dem Leid, dass wir heute in den Augen so vieler Menschen beobachten können. Erst am Ende eines Lebens, am Sterbebett, wenn der Körper stirbt, verlässt das Innere das Formelle und kehrt zurück in den Urzustand. So wird es in der Serie „LEID DURCH FORM“ dargestellt. Vom Urzustand in den gewaltigen Tumult des Lebens, bis herauf zurück in den Urzustand. Dieser Urzustand, in welchem die Harmonie der Natur schwingt und die pure Ekstase haust, welches wir blinden Geschöpfe zu übersehen scheinen, ist keine Tatsache die nur jenseits unseres Lebens zu finden ist. Im Gegenteil, erst durch das Leben, durch die Gabe der Sinne, können wir den Urzustand bewusst erleben, uns daran freuen und ihn in Liebe ausleben. Jener Urzustand ruht stationär, während ein Leben hinein poltert und rasant wieder verschwindet. Der verlorene Mensch identifiziert sich zu Lebzeiten mit Formen und übersieht gänzlich seinen Urzustand. Anders gesprochen, steht er in einem mit Rosen bestückten Schlossgarten, aber hält sich einen in den Po gesteckten Finger vor die Nase. Ein Mensch der eifrig fragt, der ehrlich nach der Wahrheit strebt, die Wahrheit über alle weltlichen Affären stellt, in völliger Hingabe sie in sich sucht, wird zu der Erkenntnis kommen, dass die Formen mit denen er sich identifiziert hat, aus denen er sein „persönliches Ich“ erschaffen hat, dezimal im Vergleich zu dem unterliegendem Bewusstsein sind. Er wird folglich alle Formen zusammen suchen, welche in Summe sein „persönliches Ich“ formen, sie zusammenschnüren, sie fest packen und mit dem kräftigsten Hieb hinfort schleudern. In dem Moment der Erlösung, der Auflösung seines „persönlichen Ichs“, erfährt er sein wahres „ICH“. Die Rückkehr in den Urzustand, das Bewusstwerden des eigenen Bewusstseins. Nach solch einer Erfahrung lebt er auf dieser Erde, doch schwebt durch das Leben wie ein Engel. Keine weltliche Gegebenheit mag ihn in Unruhe bringen. Er ist das Bewusstsein des Geschehens. - Elias Franziskus Grüner, 2021

R ∪ Z = F

F ⊆ I

F ∈ I 

I ∈ F

F ≠ I

 R = Raum, Z = Zeit, F = Form (Raum und Zeit <-> Form), I = Ich / Gott

LEID DURCH FORM I

LEID DURCH FORM I 6.JPG

LEID DURCH FROM I.6

Kreide und Pigment auf Finnpappe

40cm x 30cm

2021

LEID DURCH FORM I 11.JPG

LEID DURCH FROM I.11

Kreide, und Pigment auf Finnpappe

40cm x 30cm

2021

LEID DURCH FORM I 15.JPG

LEID DURCH FROM I.15

Kreide und Pigment auf Finnpappe

40cm x 30cm

2021

LEID DURCH FORM II

LEID DURCH FORM II 1.JPG

LEID DURCH FROM II.1

Kreide, Pigment und Schafsblut auf Finnpappe

70cm x 40cm

2021

LEID DURCH FORM II 3.JPG

LEID DURCH FROM II.3

Kreide, Pigment und Schafsblut auf Finnpappe

70cm x 40cm

2021

LEID DURCH FORM II 4_edited.jpg

LEID DURCH FROM II.4

Kreide, Pigment und Schafsblut auf Finnpappe

70cm x 40cm

2021

LEID DURCH FORM III

LEID DURCH FORM III 1.JPG

LEID DURCH FROM III.1

Kohle und Schafsblut auf Finnpappe

40cm x 30cm

2021

LEID DURCH FORM III 15.JPG

LEID DURCH FROM III.15

Kohle und Schafsblut auf Finnpappe

40cm x 30cm

2021

LEID DURCH FORM III 17.JPG

LEID DURCH FROM III.17

Kohle und Schafsblut auf Finnpappe

40cm x 30cm

2021

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